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Forschung

Forschungsgebiete

Die Beantwortung neuroanatomischer und neuropathologischer Fragestellungen gehören zu den Forschungsschwerpunkten am Institut für Anatomie und Zellbiologie. Unser Ziel ist es, grundlegende Prozesse des zentralen Nervensystems (ZNS) zu erforschen, sowie die Ursachen für krankhafte Veränderungen des ZNS zu begreifen.

Neuroendokrine Substanzen, wie Östrogene und Androgene, so ist es bereits vielfach bestätigt worden, beeinflussen den Auf- und Abbau synaptischer Strukturen im ZNS. Die synaptische Plastizität ermöglicht Lernprozesse, auch noch im hohen Lebensalter. Die Überführung von Gedächtnisinhalten vom Kurzzeit- ins Langzeitgedächtnis kann, so zeigen aktuelle Befunde, durch neuroendokrine Hormone geschlechtsspezifisch beeinflusst werden, da das Vorhandensein und die Funktion der geschlechtsspezifischen Rezeptoren auf die Nervenzellen unterschiedliche Auswirkungen haben. Somit konnte an Geweben und Nervenzellen, die aus dem Hippocampus stammen, mit physiologischen und morphologischen Methoden gezeigt werden, dass durch Änderungen der lokalen, de novo Synthese neuroendokriner Neurohormone, eine geschlechtsindividuelle Reaktion in der Langzeitpotenzierung (LTP) und in einer Änderung der Anzahl maturer (reifer) Synapsen resultieren. Der Einfluss auf die Kalziumhomöostase der neuroendokrinen Hormone ist noch nicht geklärt und ist ebenfalls ein aktuelles Projekt in unseren Laboren. Wie die Ausschüttung von Östrogenen und Androgenen im Hippocampus reguliert und gesteuert wird ist nur vage bekannt. Man kann von einem starken Einfluss des Gonadotropin-Releasing-Hormons (GnRH) auf hippocampale Neurone ausgehen. Besonders hervorzuheben ist, dass das GnRH zunächst im Bereich der Hypothalamus-Hypophysen-Gonadale Achse erforscht wurde. Wie das GnRH zum Hippocampus kommt, ist noch nicht vollständig geklärt. Ob es über das Blutsystem, direkte Faserverbindungen oder dem Liquor zirkuliert, ist ein weiteres spannendes Thema der Neuroanatomie.

Ein weiterer Forschungsschwerpunkt ist die Immunpathologie der Multiplen Sklerose (MS). Dies beinhaltet auch die Erforschung neuer diagnostischer Möglichkeiten sowie die Entwicklung innovativer Therapiestrategien. Darüber hinaus bildet das Studium des enterischen Nervensystems (ENS) und dessen Beteiligung an neurodegenerativen Erkrankungen einen Schwerpunkt.